Beeindruckende Interpretation von Bachs Weihnachtoratorium

Dekanatskantor Joachim Aßmann musiziert die Ereignisse um die Geburt Jesu durch die Musik Johann Sebastian Bachs in die Herzen des Publikums
“Mit aller Musik soll Gott geehrt werden”, soll Johann Sebastian Bach gesagt haben, aber auch: “und alle Musik soll die Menschen erfreuen.” Bachs Musik ist also zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen gemacht.
Dieser Zielsetzung fühlt sich Dekanatskantor Joachim Aßmann verpflichtet, was bei der konzertanten Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium am
5. Januar 2019 in der vollbesetzten Herz Jesu Kirche zu spüren war. Unter seiner Leitung führte der Kirchenchor Herz Jesu zusammen mit den Solisten Nadine Balbeise (Sopran), Franziska Schacht (Alt), Lothar Blum (Tenor), Christian Palberg (Bass) und dem Neuen Rheinischen Kammerorchester Köln die Kantaten I, V und VI auf. Dabei arbeitete er mit seinem Chor in sprachlich differenzierter und musikalisch einfühlsamer Weise die von Bach geforderte Einheit von Musik und Text heraus. Besonders beeindruckten den Zuhörer die ausdrucksstark musizierten Choräle.
Jede Kantate bekam durch eine zielführende Interpretation aller Beteiligten ihren eigenen Charakter. Das Neue Rheinische Kammerorchester ließ sich von der eingeforderten Spielfreude des Dirigenten anstecken und agierte bei der gesamten Aufführung als zuverlässiger Partner. Der Chor überzeugte durch rhythmische Präzision und sprachlicher Transparenz, wobei den Sängerinnen und Sängern die Weihnachtsfreude, wie z.B. beim Eingangschor der V. Kantate “Ehre sei dir, Gott, gesungen”, förmlich anzusehen war und sich auf die Zuhörer übertragen hat. Den Solisten gelang eine stilsichere barocke Interpretation der Arien und Rezitative. Klarheit und der Wille zur inhaltlichen Aussage waren die herausragenden Merkmale. Lyrische Texte von Dorothee Sölle und Carola Moosbach, vorgetragen von Monika Kilian, wurden den einzelnen Kantaten vorangestellt und führten die Zuhörer auf literarische Weise zum Inhalt des geistlichen Librettos, was als wohltuendes Bindeglied zwischen den einzelnen Teilen empfunden wurde.
Die Zuhörer bedankten sich für diese packende Aufführung des Weihnachtsoratoriums auf hohem Niveau mit “Standing Ovations” und einem lang anhaltendem Beifall.
AR

Der “LOBGESANG” von Mendelssohn in Herz Jesu

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Herausragend – so könnte der Konzertabend der in der Herz Jesu Kirche stattfand betitelt werden. Herausragend schon alleine durch die Auswahl der Stücke die Dirigent und Chorleiter Joachim Aßmann für dieses Konzert getroffen hatte. Der Auftakt bildete die “Canzon” XVI a 12, von Giovanni Gabrieli. Dargeboten durch das Ensemble des Neuen Rheinischen Kammerorchesters Köln, entstand hierbei ein besonderes Hörerlebnis. Musiziert wurde von drei verschieden positionierten Bühnen aus. Diese Art des Muszierens, der sogenannten “venezianischen Mehrchörigkeit” aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, war eng mit dem Markus-Dom in Venedig verbunden. Seine Architektur begünstigte ein Musizieren in getrennter Aufstellung. Bereits hier konnte die gute Akustik der Herz Jesu Kirche dazu beitragen in die Klangwelt des Abends einzutauchen.
Als nächstes folgte das Orgelwerk “Annum per annum”, komponiert von Arvo Pärt zum 900. Jubiläums des Domes zu Speyer im Jahre 1980. Mittels eigenwilliger Tonsprache, erreicht Pärt eine mystische Balance von Form und Harmonik. Gisbert Wüst an der Orgel vermittelte mit seinem Spiel meisterlich die pulsierende Dynamik vom versagenden Wind bis zum vollen Werk, ebenso sinnstarke Klangvariationen.
Das Hauptwerk des Abends war Felix Mendelssohn Bartholdy’s “Lobgesang” op. 52. die Solopartien wurden von Johanna Rosskopp (Sopran), Franziska Schacht (Mezzosopran) und Fabian Kelly (Tenor) gesungen. Mendelssohn komponierte 1840 die Sinfoniekantate anlässlich der 400 Jahrfeier der Erfindung des Buchdruckes. Die zentrale Aussage von Mendelssohn’s “Lobgesang” spiegelt den Triumph des Lichtes über die Dunkelheit wider. Ganz deutlich kommt dies zum Ausdruck im groß angelegten Chorsatz “Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts”. Die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores Herz Jesu zeigten sich für dieses große symphonisch angelegte Werk stimmlich exzellent aufgestellt und sangen mit großer musikalischer Sicherheit. Besonders beeindrucken hervorzuheben war die Ausführung und Interpretation des a cappella gesungenen Chorales “Nun danket alle Gott”. Fazit: ein beeindruckender Konzertabend. Ein Chor, der sich selber übertroffen hat. Ein Orchester, das einfühlsam begleitete. Solisten, die mit ihren jungen und frischen Stimmen zu überzeugen wussten und einem Dirigenten, der mit seinem ausdrucksvollem Dirigat pure Musizierfreude vermittelte.
AR

“Requiem” von W.A. Mozart und Werke von F. Poulenc in Herz Jesu
Orgel verbindet Klang der Streicher

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Am 5. November 2016 erklangen in der Herz Jesu Kirche unter der Leitung des Dekanatskantors Joachim Aßmann mit dem Konzert für Orgel von Francis Poulenc und dem Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart gleich zwei in jeder Hinsicht berührende Stücke. Zu Beginn zog das Orgelkonzert mit seinen ungewöhnlichen Klangfarben und Effekten den Zuhörer in seinen Bann. Komponiert auf Wunsch der Mäzenin Prinzessin Edmond de Polignac, entstand eine Musik, welche aus dem Zusammenspiel von Orchester, Schlagzeug und Orgel ein imposantes und beeindruckendes Werk erklingen lässt. Dem Organisten der St. Salvator Kathedrale von Brügge, Ignace Michiels, gelang es an diesem Abend durch kluge und sparsame Registrierung, den Klang der Orgel wunderbar mit dem weichen Klang der Streicher zu verbinden.
Dabei forderte er mit seinem Spiel und durch seinen präzisen Rhythmus das Orchester des Neuen Rheinischen Kammerorchesters Köln, zu wahrhaft virtuosem Spiel heraus. Fasziniert ließ sich das Publikum in der sehr gut besuchten Herz Jesu Kirche von diesem Werk gefangen nehmen. Nach kurzer Umbaupause setzte der Herz Jesu Chor durch die Aufführung des Requiems von Mozart ein weiteres musikalisches Glanzstück des Abends. Vom ersten Stück an bezauberte der Chor mit einem homogenen, sehr klaren und transparentem Chorklang. Mit viel musikalischem Gespür für die Tempi und die Stimmungen der einzelnen Stücke, führte Herr Aßmann den Chor und das stets aufmerksame und virtuose Orchester durch das berühmte Werk.
So bezauberten die klaren Soprane im “Lacrimosa”, ließ der Chor beim “Dies Irae” die Kirche erbeben und gestalteten furios  die rhythmisch treibenden Fugen des Kyrie und der Schlussfuge. Wunderbar ergänzt wurde diese beeindruckende Chorleistung vom wunderbar harmonisch musizierenden Solistenensemble (Christa Kühne, Sopran; Claudia Ihland, Alt; Henrik Mosel, Tenor; Christian Palberg, Bass). Ein besonderer Dank geht an Christa Kühne, die ganz kurzfristig für die erkrankte Elisabeth Grandjean eingesprungen ist. Den Schluss setzte der Chor mit einem letzten Werke Mozarts, dem “Ave verum”. In fließenden Halben vorgetragen, zauberte der Chor mit dieser Zugabe noch einmal eine besondere Klangfarbe in den Kirchenraum. An diesem Abend zeigte der lang anhaltende Applaus allen Musikern und ihrem Dirigenten, dass der Funke übergesprungen war und die besonders hohe Erwartungen der Zuhörer an diesen Werken mehr als erfüllt wurden.
Beate Grohé

Glanz durch Geschlossenheit
“Johannes-Passion” in Herz Jesu am 09.03.2013 war ein konzertantes Ereignis

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Passionen wurden in Leipzig auch schon vor Johann Sebastian Bachs Amtsantritt als Thomaskantor aufgeführt; die Regelmäßigkeit, nach der eine Passion zum festen Bestandteil des Karfreitagsgottesdienstes an einer der beiden Hauptkirchen der Stadt gehörte, stellte sich erst mit Bachs Ankunft ein. 1724 führte er seine Johannes-Passion, BWV 245, beim karfreitäglichen Vespergottesdienst in der Nikolaikirche auf. die meisten Passions-Aufführungen heutzutage sind konzertante Ereignisse wie diejenige der Johannes-Passion in der Herz Jesu Kirche, die Joachim Aßmann mit dem Kirchenchor Herz Jesu erarbeitet hatte. Die Churpfaelzische Hofcapelle spielt auf historischen Instrumenten – Gambe, Laute und Oboe d’amore kommt in den affektiven, das Geschehen emotional flankierenden Arien eine große Bedeutung zu.
Dabei kann sich Aßmann auf gut aufgelegte Sänger verlassen: Auf die jordanisch-amerikanische Sopranistin Nadine Balbeisi, die nicht nur mit dem zärtlich klagenden “Zerfließe, mein Herze” unterstreicht, dass ihre jüngste, italienischen Lamenti, Klagegesängen geltende CD zu Recht viel Lob einheimst. Auf die jetzt in Köln studierende Altistin Franziska Schacht, die überzeugend den Umschlag von Trauer in Triumph im “Es ist vollbracht” herausarbeitet, auf den Neuwieder Bassisten Christian Palberg, eindringlich vor allem in der zeitweise vom Chor begleiteten “Mein teurer Heiland”, auf den gleichermaßen in Oratorien wie Opern erfahrenen Bassbariton Florian Rosskopp, im Part des Jesus demütig und entschlossen zugleich.
Das Halt gebende Rückgrat der Aufführung aber ist der Tenor Marcus Ullmann, der die großen Textmenge der die Gefangennahme, Verurteilung und Kreuzigung Christi schildernden Rezitative klar gliedernd und prononcierend meistert und das tonmalerische, bebende Arioso “Mein Herz” ausdrucksvoll gestaltet. Wandlungsfähigkeit und Durchhaltevermögen werden auch dem Chor abverlangt, im Wechsel von reflektierenden, die Ereignisse ausdeutenden Chorälen und höchst dramatischen, den Volkszorn signalisierenden “Turbe”-Chorsätzen. Dem im Eingangschor sich abzeichnenden, hier auch noch durch die Churpfaelzische Hofcapelle beförderten Hang zum Verschleppen steuert Aßmann entschlossen entgegen und führt seine Sänger im weiteren Verlauf zu einer aus sorgfältiger Abstufung erwachsenden Eindringlichkeit. Beste Voraussetzung, um die Verhöre durch Pilatus, die Verurteilung Christi hochdramatisch aufzuladen, aber auch den Chor “Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine” süßen Trost verströmen zu lassen.
Fazit: eine Aufführung, die durch Geschlossenheit aller Mitwirkenden glänzt.
Rhein-Zeitung, 13.03.2012, Liselotte Sauer-Kaulbach

Herz Jesu Chor mit hoher Konzentration
Kantor Joachim Aßmann leitet “Messias”, 27.11.2010

Plakat Messias

Seit 20 Jahren ist Joachim Aßmann Kantor an der Herz Jesu Kirche: Ein guter Anlass für ein festliches Konzert. Im nahezu voll besetzten Gotteshaus musizierten unter der Leitung Aßmanns der Kirchenchor Herz Jesu und die Churpfaelzische Hofcapelle das Oratorium “Der Messias” von Georg Friedrich Händel. Die dreiteilige Komposition bietet weit mehr als das berühmte “Halleluja”: So interpretierte Nadine Balbeisi (Sopran) etwa wunderbar empfindsam die Arie “Ich weiß, dass mein Erlöser lebet”. An Gefühl steht ihr Sonja Koppelhuber (Alt) in nichts nach, wenn sie etwa im Duett mit Balbeisi dem Text entsprechend enorme Sanftheit in ihre Stimme legt. Mit seinem strahlenden Tenor begeistert Solist Christian Rathgeber unter anderem in der dramatischen Arie “Du zerschlägst sie mit deinem Zepter”. In einen wunderbaren Dialog mit der (wunderbar gespielten) Barocktrompete hingegen tritt Florian Rosskopp (Bariton) in seiner Arie “Sie schallt, die Posaun”.
Auch die anderen Akteure der Churpfaelzischen Hofcapelle musizieren auf historischen Instrumenten, was der Interpretation einen ganz eigenen Reiz verleiht. Den Chorpart meistern die Sängerinnen und Sänger von Herz Jesu beeindruckend, agieren flexibel in polyfonen Passagen, halten aber auch die Spannung bei lange auszuhaltenden Tönen, beispielsweise in “Wahrlich, er trug unsere Qual”. Und der Chor hält über die zweieinhalb Stunden lange Aufführung seine Konzentration aufrecht bis hin zum besonders prachtvollen “Halleluja” und der grandiosen “Amen”-Schlussfuge.
Der große Applaus des Publikums ist nach diesem Konzert der Dank an alle Akteure und natürlich an Kantor Joachim Aßmann – auch für seine Verdienste in den letzten 20 Jahren um die Kirchenmusik in Herz Jesu, die das kulturelle Leben in Koblenz bereichert.
Rhein-Zeitung, 29.11.2010, Christiane Hausding

Plakatentwürfe: Harald Klein