Lobgesang1211 2017Herausragend –so könnte der Konzertabend der am 12.11.2017 in der Herz Jesu Kirche Koblenz stattfand betitelt werden. Herausragend schon alleine durch die Auswahl der Stücke, die Dirigent und Chorleiter Joachim Aßmann für diesen Konzertabend getroffen hatte.

Den Auftakt bildete die Canzon XVI a12, von Giovanni Gabrieli. Dargeboten durch das Ensemble des Neuen Rheinischen Kammerorchesters Köln, entstand hierbei ein besonderes Hörerlebnis. Musiziert wurde von drei verschiedenen Bühnen aus. Diese Art des Musizierens, der sogenannten „venezianischen Mehrchörigkeit“ aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, war eng mit dem Markus Dom in Venedig verbunden. Seine Architektur begünstigte ein Musizieren in getrennter Aufstellung. Bereits hier konnte die gute Akustik der Herz Jesu Kirche dazu beitragen in die Klangwelt dieses Abends einzutauchen.

Als nächstes folgte das Orgelwerk „Annum per annum“, komponiert von Arvo Pärt zum 900. Jubiläum des Domes zu Speyer 1980. Mittels eigenwilliger Tonsprache erreicht Pärt eine mystische Balance von Form und Harmonik. Gisbert Wüst an der Orgel vermittelte mit seinem Spiel die pulsierende Dynamik, vom versagenden Wind bis zum vollen Werk, ebenso die sinnstarken Klangvariationen.

Das Hauptwerk des Abends war Felix Mendelssohns „Lobgesang“ op. 52. Die Solopartien wurden von Johanna Rosskopp (Sopran), Franziska Schacht (Mezzosopran) und Florian Kelly (Tenor) gesungen.
Mendelssohn komponierte die Sinfoniekantate anlässlich der 400-Jahrfeier der Erfindung des Buchdruckes 1840. Die zentrale Aussage von Mendelssohns „Lobgesang“ spiegelt den Triumph des Lichts über die Dunkelheit wider. Ganz deutlich kommt dies zum Ausdruck im groß angelegten Chorsatz: „Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts“.
Die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores Herz Jesu zeigten sich für dieses große symphonisch angelegte Werk stimmlich exzellent aufgestellt und sangen mit großer musikalischer Sicherheit. Besonders beeindruckend hervorzuheben war die Ausführung und Interpretation des a cappella gesungenen Chorales „Nun danket alle Gott“.

Fazit: ein beeindruckender Konzertabend. Ein Chor, der sich selber übertroffen hat. Ein Orchester, das einfühlsam begleitete. Solisten, die mit ihren jungen und frischen Stimmen zu überzeugen wussten und einem Dirigenten, der mit seinem ausdruckstarken Dirigat pure Musizierfreude vermittelte.

Anne Reif
(Foto: Markus Knopp)

Der Lobgesang von Mendelssohn in Herz Jesu